Meldungen aus dem Landesverband Bayern
Meldungen aus dem Landesverband Bayern

Achtung und Ausdruck der Verbundenheit

Gedenkfeier für die Luftkriegsopfer Münchens am 1. November 2025 auf dem Ehrenhain am Nordfriedhof

Gemeinsam mit der Landeshauptstadt gedenkt der Volksbund-Bezirksverband München den Opfern des Luftkriegs in Bayerns Metropole. Volksbund


Allerheiligen am späten Nachmittag. Es ist herbstlich trüb geworden jedoch noch fast unpassend mild. An den Gräbern des großen Friedhofs gedenken auch jetzt noch sehr viele Menschen Ihrer Verstorbenen. Auf dem weiten, parkähnlichen Ehrenhain für die Luftkriegsopfer Münchens suchen nur wenige Angehörige nach einer Grabnummer. Es herrscht hier eine besondere Stimmung – Ruhe und Bedächtigkeit. Vor der zentralen Gedenkstele versammeln sich mehr und mehr Menschen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksverband München hatte zum alljährlichen gemeinsamen Gedenken an die Bombenopfer gemeinsam mit der Landeshauptstadt aufgerufen. Ein Bläserensemble unterbricht das leise Gemurmel und zieht weitere Friedhofsbesucher an. Der Bezirksverband begrüßt u.a. die Vertreter von Organisationen, die schon immer, auch heute, besonders aber im Krieg, für ihre Mitbürger da sind und ihr Leben aufs Spiel setzen, Persönlichkeiten, die das große Miteinander des Einstehens für unsere demokratischen Werte beispielhaft verkörpern und all jene Teilnehmer, die sich der Erinnerungskultur verpflichtet fühlen und das Lernen aus der Geschichte an nachfolgende Generationen weitertragen werden.
 

Die Toten verpflichten uns – die Lebenden – ihr Vermächtnis zu bewahren

Schilderungen von Begebenheiten im Krieg und Schicksalen Münchner Bürgerinnen und Bürger bis wenige Tage vor Kriegsende führen die Machtlosigkeit dieser Menschen vor Augen. Sie alle wollten nicht sterben, hatten Pläne für eine Zukunft in Frieden. Bewegende Bilder, die einem den Atem rauben. Erlebnisse Angehöriger werden im Grußwort der Landeshauptstadt noch verstärkt, zugleich der Bogen auf den Krieg in Europa und weltweite Konflikte geschlagen. Nie wieder Krieg und Gewaltherrschaft!

Pax fragilis est. Friede ist zerbrechlich.

Die hohen Werte von Frieden und Menschlichkeit werden in der christlichen Andacht mit Schlaglichtern des Luftkrieges eindrucksvoll untermauert. Die beiden Geistlichen, evangelisch und katholisch, verweisen auf Pfade, überbringen Hoffnung: „Er lässt deinen Fuß nicht wanken; er, der dich behütet, schläft nicht“ (Psalm 121 im gemeinsamen Gebet) und „Tu der Völker Türen auf: deines Himmelsreiches Lauf hemme keine List noch Macht. Schaffe Licht in dunkler Nacht.“ (Sonne der Gerechtigkeit im gemeinsamen Lied). Fürbitten, das vom Volksbund vorgetragene Totengedenken, das gemeinsame Vaterunser und der Segen des Herrn vermittelt auf dieser Kriegsgräberstätte eine ganz besondere Kraft. 

Die Grablichter als Zeichen der Erinnerung auf den Gedenksteinen

Unser Gedenken ist keine Pflichtübung. Es ist Ausdruck von Achtung und Verbundenheit. Es ist Erinnerung – und zugleich Mahnung an uns Lebende: Der Friede ist kein Selbstverständnis. Er will bewahrt, er will gestaltet werden. Die Erinnerung an die Vergangenheit verpflichtet uns für die Zukunft. In diesem Geiste beendet der Volksbund die Gedenkstunde – in Respekt voneinander und in Verantwortung für unsere Kinder und unsere Welt.

Mittlerweile ist die Dämmerung eingetreten und die entzündeten Grablichter verstärken eine im tiefsten Innern eingetretene friedvolle Stimmung.