Meldungen aus dem Landesverband Bayern
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Demokratie lernen vor Ort: Start des Schülerwettbewerbs 2026

Impuls für gelebte Erinnerungskultur und Demokratiebildung

Teilnehmer einer Jugendbegegnung auf der Kriegsgräberstätte München-Waldfriedhof. Der im März beginnende Schülerwettbewerb lädt ein, sich mit Erinnerungskultur und Demokratiebildung auseinanderzusetzen. Volksbund


„Angesichts des Trümmerfeldes […] gibt sich das Bayerische Volk […] nachstehende demokratische Verfassung.“ 
Genau dieser Moment des Neubeginns steht im Mittelpunkt unseres landesweiten Schülerwettbewerbs für das Jahr 2026, der am 2. März startet: „Was nun? Demokratischer Neuanfang inmitten von Ruinen“. Denn 1946 war Bayern – wie ganz Deutschland – an einem Wendepunkt. Nach Kriegsende prägten Trümmer, Trauer, Flucht und Vertreibung, Hunger, Kälte und Wohnungsnot den Alltag. Zugleich begann etwas Neues. Mit der Bayerischen Verfassung wurden demokratische Rechte und Strukturen geschaffen, erste freie Wahlen fanden statt, und in Nürnberg mussten sich Hauptverantwortliche des NS-Regimes vor Gericht verantworten. 80 Jahre später fragen wir: Welche Spuren dieses Neuanfangs sind in unserer Heimat bis heute sichtbar – und was bedeutet Demokratie im Bayern des Jahres 2026?

Mitmachen können Schülerinnen und Schüler aller Schularten in Bayern – als Klassen- oder Gruppenprojekt oder auch als Einzelarbeit.  Der Wettbewerb ist ein Impuls für gelebte Erinnerungskultur und Demokratiebildung. Er lädt junge Menschen ein, den demokratischen Neubeginn nicht als Kapitel im Schulbuch zu betrachten, sondern als Geschichte vor der eigenen Haustür – mit Spuren, die bis heute wirken.

Gerade darin liegt seine Bedeutung: Wer in Archivmaterial stöbert, Familienerinnerungen sichert, Orte wie Kriegsgräberstätten fotografisch dokumentiert oder lokale Konflikte und Aufbauleistungen rekonstruiert, übt zentrale Kompetenzen demokratischer Gesellschaften – kritisches Fragen, Quellen prüfen, Perspektiven abwägen, Ergebnisse verständlich präsentieren. Und: Wer sich mit den Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft auseinandersetzt, versteht, warum Frieden, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit keine Selbstverständlichkeiten sind. Auch auf der Website des Historischen Forums Bayern ist der Wettbewerb angekündigt.

Einsendeschluss ist der 15. Februar 2027, dotiert mit 750 € / 500 € / 250 € (plus Sonderpreise). Die Beiträge können kreativ gestaltet sein – vom Text über Plakate bis zu Podcast oder Video.