Wir nehmen Abschied von Heinrich Rehberg (Wildenwart, Gemeinde Frasdorf, Landkreis Rosenheim), der am 28. Juni 2026 nach längerer schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Unsere aufrichtige Anteilnahme und unser Mitgefühl gelten seiner Familie, in der er stets einen besonderen Platz hatte und deren Ruhepol er war.
Für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. hatte er sich 50 Jahre lang mit außerordentlichem Engagement eingesetzt.
Heinrich Rehberg war ein Mann der Basis, der die Problemstellungen aus erster Hand kannte und es verstand, pragmatische Lösungen zu finden und zu initiieren. Im engen Zusammenwirken mit dem hauptamtlichen Personal der Landes- und der Bezirksgeschäftsstelle, in den Gremien auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene und in der direkten Kommunikation mit den dem Volksbund nahestehenden Institutionen und Anspruchsgruppen trug er als von 2002 bis 2016 als Stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberbayern und von 2016 bis 2021 als dessen Bezirksvorsitzender maßgeblich dazu bei, dass der Volksbund in Oberbayern seinen humanitären und gesellschaftspolitischen Auftrag erfüllen konnte und seinem Anspruch gerecht wurde, ein anerkannter und moderner Akteur der Erinnerungs- und Gedenkkultur zu sein.
Den Bezirksverband vertrat er aktiv bei mehrtägigen Angehörigen- und Fördererreisen zu Europas Kriegsgräberstätten und bei regionalen Totengedenken im Umfeld des Volkstrauertages in seiner Chiemgauer Heimat. So hielt er den wichtigen Kontakt zu Landräten und Bürgermeistern ebenso wie zu Vorständen der Krieger-, Soldaten- und Reservistenvereine, zu Mitgliedern und Sammlern. Diesen begegnete er gerne und sprach sie in seiner angenehmen und motivierenden Art an. Oberstleutnant d.R. Heinrich Rehberg, der als Soldat auf Zeit in die Bundeswehr eintrat, die Laufbahn der Truppenoffiziere der Panzertruppe absolvierte und nach seinem Ausscheiden viele Jahre als Reserveoffizier diente, wirkte seit 1976 stets aktiv an der Kriegsgräbersammlung mit. Er trug engagiert dazu bei, dass der Bezirksverband Oberbayern seit vielen Jahren im bundesweiten Verbandsvergleich nicht nur die gewichtigsten Sammlungsergebnisse erbringen konnte, sondern auch eines der günstigsten Kosten-/Ertragsverhältnisse aller Gliederungen aufweist.
Aufgrund seiner langjährigen Leitungstätigkeit beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in München, dessen humanitäre Aufgaben er Besuchergruppen des Volksbundes bei Führungen durch die Kartei überzeugend nahebrachte, verfügte Heinrich Rehberg über besondere Expertise bei auch uns berührenden Themenfeldern. Mit dieser brachte er unsere Gedenk- und Friedensarbeit konkret voran, u.a. in dem er Angehörigen von Gefallenen, Vermissten und Zivilverschleppten bei der Klärung und Aufarbeitung von bitteren Schicksalen helfend zur Seite stand.
Immer wieder brachte er sich auch als Delegierter bei den Bundesvertretertagen und bei der Entwicklung von Anträgen ein, mit denen sich der Vorstand des Bezirksverbandes auf bayerischer und Bundesebene positionierte, so beispielsweise bei der Formulierung des 2016 verabschiedeten gesamtverbandlichen Leitbildes.
Er verstand sein herausragendes Engagement stets als Auftrag, die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten und für Verständigung über Grenzen und Generationen hinweg einzutreten. 2013 wurde er mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt und 2023 mit dem Ehrenkreuz des Volksbundes in Gold ausgezeichnet.
Der Volksbund, Landesverband Bayern / Bezirksverband Oberbayern, verliert mit ihm einen treuen Weggefährten und Kameraden.
MORTUI VIVENTES OBLIGANT – Die Toten verpflichten die Lebenden. Auch im Sinne dieser Devise werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Mit stillem Gruß im Namen der erweiterten Landesvorstandschaft
Jörg Raab
Landesgeschäftsführer