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Meldungen aus dem Landesverband Bayern
Meldungen aus dem Landesverband Bayern

"Erinnerung ist das Fundament unseres Friedens"

Dank und mahnende Worte beim Dankempfang im Zeichen der fünf Kreuze

Präsentieren mit Stolz den Spendenscheck: Sozialministerin Ulrike Scharf, Volksbund-Landesvorsitzender Wilhelm Wenning (rechts), ARST-Präsident MdL a.D. Joachim Hanisch und der Stellvertretende Kommandeur im Landeskommando, Oberst Knuth Jung. StMAS/Nötel/Schäffler

Dank der großzügigen Spenden aus der Bevölkerung konnten bei der Haus-, Straßen- und Friedhofssammlung 2025 des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Bayern ein bundesweites Spitzenergebnis von 1,869 Millionen Euro erzielt werden. Anlässlich eines Empfanges im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales am 20. Mai 2026 in München würdigten Staatsministerin Ulrike Scharf, weitere stellvertretende Ministerpräsidentin, der Stellvertretende Kommandeur im Landeskommando Bayern, Oberst Knuth Jung, der Vorsitzende des Volksbund-Landesverbandes, Regierungspräsident a.D. Wilhelm Wenning, und der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Reservisten-, Soldaten- und Traditionsverbände in Bayern (ARST), MdL a.D. Joachim Hanisch, die hervorragende Hilfe seitens der Bundeswehr, der Reservisten und vieler Altgedienter bei der Sammlung. Darüber hinaus wurde deren Engagement bei der Kerzenaktion „Lichter für den Frieden“, Workcamps, freiwilligen Arbeitseinsätzen auf deutschen Soldatenfriedhöfen im In- und Ausland, am Volkstrauertag und bei Wohltätigkeitskonzerten gelobt.
 

Visuelles Merkmal seit genau 100 Jahren

Als sichtbares Zeichen der Anerkennung erhielten die Abordnungen von 11 Bundeswehrstandorten sowie die Vertreter der drei großen Dachverbände Bayerischer Soldatenbund 1874 (BSB), Bayerische Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV) und  Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr  (VdRBw) eine Sonderanfertigung der Volksbund-Friedenskerze mit dem Signet des Volksbundes nebst Urkunde. Die Ikonographie der fünf Kreuze - inspiriert durch das im Ersten Weltkrieg angelegte Vier-Grenadier-Grab im polnischen Grabowiez - erläuterte Bildungsreferent Wilken Hustert. Seit genau 100 Jahren stehen die fünf Kreuze als visuelles Erkennungsmerkmal für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und sind auf mehr als 830 deutschen Kriegsgräberstätten in mehr als 40 Ländern zu finden.

Verlässliche gesetzliche Basis erforderlich

Sozialministerin Ulrike Scharf unterstrich die Bedeutung der Kriegsgräberfürsorge: „Erinnerung ist das Fundament unseres Friedens. Die Gräber der Gefallenen sind nicht nur stille Mahnmale, sondern lebendige Zeugen einer Geschichte, die wir nicht vergessen dürfen. Sie verbinden die Vergangenheit mit unserer Gegenwart und erlegen uns die Verantwortung auf, die Werte einer freien, liberalen Demokratie zu bewahren – gerade in Zeiten, in denen politische Spannungen wieder zunehmen. Durch die Pflege dieser Stätten leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Versöhnung, zum Dialog und zur Friedensarbeit, die unser Land stark und solidarisch macht.“

Die Ministerin richtete ihren Dank an alle Helferinnen und Helfer der Sammlung: „Danke, dass Sie erneut eine bemerkenswerte Summe für den Erhalt der Kriegsgräber gesammelt haben. Ihr unermüdliches Engagement stärkt Erinnerungskultur und Friedensbildung. Der Dienst an den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft ist ein Dienst an den Lebenden – für Verständigung, Frieden und Menschlichkeit.“

Volksbund-Landesvorsitzender Wilhelm Wenning verband seinen Dank an die engagierten Unterstützer des Landesverbands Bayern, dessen Sammlung im Herbst über Jahre hinweg etwa 40 Prozent des bundesweiten Sammlungsaufkommens der Kriegsgräberfürsorge ausmacht, mit einem eindringlichen Appell an die Politik. Mehr als 800 Millionen Euro hat den Volksbund seit den 1950er Jahren für die Errichtung und Pflege deutscher Kriegsgräberstätten aus Zuwendungen aus der Bevölkerung aufgebracht. Noch immer trägt sich die Arbeit des Volksbundes zu 60 Prozent aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Vermächtnissen, Sammlungen oder Konzerterlösen und Gedenkkerzenverkäufen. Die Aufgabe der Kriegsgräberfürsorge im Ausland brauche aber künftig eine verlässliche Basis in Form eines Auslandsgräbergesetzes. Ergänzend hierzu, so Wenning, „laufen Gespräche mit dem Bundesfamilienministerium, um endlich den Einstieg in eine Inlandsförderung unserer spendenfinanzierten gräberrechtlichen Beratungstätigkeiten und unserer edukativen Maßnahmen ´rund um das Kriegsgrab´ zu finden.“