Am 16. September fand im Neuen Schloss Schleißheim zum vierten Mal der Bayerische Tag der Militärtradition statt. Auf Einladung von Staatsminister Dr. Florian Herrmann kamen Angehörige der Bundeswehr und der Reserve sowie Vertreter zahlreicher Soldaten- und Traditionsverbände zusammen. Die Bayerische Staatsregierung gestaltet die Veranstaltung in diesem Format seit 2023 gemeinsam mit der Bundeswehr, der Arbeitsgemeinschaft der Reservisten-, Soldaten- und Traditionsverbände in Bayern e. V. und dem Freundeskreis Infanterie-Leib-Regiment e. V.
Erinnerung, Tradition und Verantwortung
Gedenken als fester Bestandteil
Den Auftakt bildeten ein ökumenischer Gottesdienst und die Kranzniederlegung im Vestibül des Schlosses. Der Kranz des Volksbunds wurde durch den Landesvorsitzenden Wilhelm Wenning, Regierungspräsident a.D., die stellvertretende Landesvorsitzende Maria Els, Regierungspräsidentin a.D. und Oberstleutnant a.D. Heinrich Stadelmaier, Beauftragter für die Zusammenarbeit mit Bundeswehr, Reservisten- und Traditionsverbänden niedergelegt. Das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr, Fahnenabordnungen, Kranzträger und Ehrenposten in Uniformen der alten bayerischen Armee und Vertreter weiterer beteiligter Organisationen gaben dem gemeinsamen Gedenken einen würdigen Rahmen. Damit stand auch in diesem Jahr die Erinnerung an die Toten und die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der damit verbundenen gesellschaftlichen Verantwortung am Beginn der Veranstaltung.
Austausch über die Rolle der Reserve
Im Anschluss folgte der Festakt im Großen Saal des Schlosses. Staatsminister Herrmann hob in seiner Begrüßung die Verbindung von historischer Erinnerung und gegenwärtiger Verantwortung hervor: Tradition bedeute, „Geschichte und Erinnerung wachzuhalten und zugleich Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen“.
Dr. Jana Puglierin vom European Council on Foreign Relations hielt die Festrede. Die anschließende Podiumsdiskussion widmete sich dem Thema „Stärkung der Reserve“. Zu den Diskutanten gehörten Generalleutnant Harald Gante (Kommandeur Feldheer), Bastian Ernst, MdB (Präsident des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr) und Prof. Dr. Frank Walthes (Vorstandsvorsitzender Versicherungskammer Bayern). Den Abschluss des Tages bildete ein Staatsempfang im Vestibül des Neuen Schlosses.
Der Bayerische Tag der Militärtradition ist erklärtermaßen eine bundesweit einzigartige Veranstaltung. Sie bot erneut Raum für Gedenken, Begegnung und persönlichen Austausch zwischen aktiven Soldaten, Reservisten, Altgedienten und den zahlreichen in Bayern engagierten Verbänden und Organisationen. Für den Volksbund sind gerade diese Verbindungen von besonderer Bedeutung: Die Zusammenarbeit mit Bundeswehr, Reservisten- und Traditionsverbänden ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Kriegsgräberfürsorge und der gemeinsamen Erinnerungsarbeit.