Meldungen aus dem Landesverband Bayern
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Friedland und die langen Schatten von Krieg und Vertreibung

Gemeinsame Veranstaltung des Bezirksverbands Oberfranken und des Friedensmuseums in Meeder

Hoffen auf ein Lebenszeichen: Angehörige zeigen Bilder ihrer Vermissten den Heimkehrern bei der Ankunft in Friedland. Fritz Paul

Die „Heimkehr der Zehntausend“ im Herbst 1955 war eines der ersten medialen Großereignisse in der jungen Bundesrepublik. Unter erheblicher öffentlicher Anteilnahme wurden die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen begrüßt. Freude und Leid, Schuld und Anteilnahme lagen in jenen Wochen so nahe beieinander, dass davon kaum jemand ungerührt blieb. In der Folgezeit passierten Hunderttausende Aussiedler das „Tor zur Freiheit“. Friedland bedeutete für sie ein Durchatmen, aber auch bitteres Loslassen und eine ungewisse Zukunft.

Was bedeutet es, entwurzelt zu sein? Wie erlebt man das Ankommen in einem neuen System? Christopher Spatz erzählt am Sonntag, 17. März, um 15 Uhr im Friedensmuseum in Meeder, Lernwerkstatt Frieden, Schulstraße 18, 96484 Meeder, E-Mail: info@friedensmuseum-meeder.de von dem entscheidenden Moment des Weltenwechsels. Zahlreiche Aufnahmen des 1919 in Ostpreußen geborenen Fotoreporters Fritz Paul, viele davon bislang unveröffentlicht, bieten überraschende Blicke auf die Heimkehrer, Zivilverschleppten und Aussiedler der 1950er-Jahre.

Der Autor Christopher Spatz wurde 1982 in Bremen geboren. Er promovierte 2015 an der Berliner Humboldt-Universität über die ostpreußischen Wolfskinder. Die erfolgreiche Kampagne der Gesellschaft für bedrohte Völker zur Entschädigung der Wolfskinder durch die Bundesrepublik Deutschland hat er 2017 wissenschaftlich begleitet. 2019 wurde ihm für sein Wirken der Ostpreußische Kulturpreis verliehen.