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Meldungen aus dem Landesverband Bayern
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Kleinlangheimer feiern 150-jähriges Bestehen

Volksbund dankt für treue Unterstützung

Ein Festzug marschiert durch ein Dorf

Angeführt von der Kleinlangheimer Kameradschaft zogen die Festteilnehmer zum Gedenken am Kriegerdenkmal. Gerhard Bauer

Die Soldatenkameradschaft 1876 Kleinlangheim (SK) beging am Wochenende im Rahmen des Kirchenburgfestes ihr 150. Gründungsfest mit einem Festgottesdienst in der  Kirche St. Georg und Maria und anschließender Kranzniederlegung am Gefallenendenkmal.

Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrerin Evelyn Beck-Pieler. Sie erinnerte an die schwere Zeit, in der die SK gegründet wurde. Die Gründer hätten den Mut aufgebracht Menschen zu betreuen die alleine waren und soziales Engagement dabei in den Vordergrund gestellt.

Auf der Grundlage des Psalm 91 seien Schutz, Zuflucht, aber auch Zuversicht geboten worden. Es gebe Worte, die ins Herz treffen aber auch ins Dorf. Damit spannte sie einen Bogen der Verbundenheit, wie sie die SK seit Jahrzehnten vorlebt. Nicht die Soldaten, nicht die Uniformen bemerkten menschliche Notwendigkeiten. 1878 seien 20 Männer zusammengekommen und gründeten den Verein mit dem Vorsatz, dass was passiere gemeinsam getragen werden müsse. Die Last in den Familien mit ihrer Trauer und die Sorge um andere habe den Zusammenhalt gestärkt. Bis heute pflege die SK die Gemeinschaft und helfe bei allen Festen. Sich gegenseitig zu helfen sei die Einladung zu gelebter Liebe.

Begleitet vom Spielmannszug Wiesenbronn zog die Festgesellschaft um zum Kriegerdenkmal zur Kranzniederlegung.  SK-Vorsitzender Christian Wolf gedachte der Gefallenen, der Vermissten, aber auch aller Opfer von Gewalt und Terror. Er verneigte sich in Respekt und salutierte zu den Klängen des Guten Kameraden und der Nationalhymne. Die Abordnungen der Kameradschaften aus Abtswind, Geiselwind, Großlangheim, Marktsteft, Markt Einersheim, Obernbreit und Wiesenbronn senkten dazu wie die SK Kleinlangheim ihre Fahnen.

Zurück zum Festakt in der Kirchenburg würdigte Wolf mit Blick in die Annalen den Werdegang der Kameradschaft, die vor 150 Jahren als Krieger-, Veteranen- und Kampfgenossenverein als Nachwirkung des deutsch-französischen Krieges 1870/71 aus der Taufe gehoben worden war. Nur vier Jahre später entstand im Verein noch vor dem Gesangverein der Sängerbund.

1881 erfolgte die Weihe der bis heute erhaltenen Fahne. 1885 trat die Kameradschaft aus dem Norddeutschen Bund aus und schloss mit 32 Kameraden dem Bayerischen Soldatenbund (BSB) an, dem sie bis heute angehört.

Beide folgenden Kriege wurden zu schweren Jahren als viele Männer zu den Waffen gerufen wurden und die Vereinstätigkeit zum Erliegen kam. Nachdem die Mitgliederzahl später stetig gesunken war kamen aus der Bundeswehr Reservisten hinzu. Heute zählt die Kameradschaft 80 Personen, darunter 26 fördernde Mitglieder. Wolf dankte besonders den Vorgängern Karl-Heinz Friedel und Hans Braun für die geleistete ehrenamtliche Arbeit.

Bürgermeisterin Julia Rönninger-Enck betonte, dass 150 Jahre für Beständigkeit über Generationen stehen und wie wichtig die SK für das Dorfleben ist. Am Vorsatz der gegenseitigen Unterstützung habe sich nichts geändert.

Als stellvertretende Landrätin bezeichnete Doris Paul 150 Jahre kein alltägliches Jubiläum, denn Männer und Frauen trugen in dieser Zeit Verantwortung. Schon als die ersten Verwundeten heimkehrten und  wieder nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg habe sich unermessliches Leid aufgetan. Hinzu kamen die Vielen, die nicht mehr nach Hause kamen. Vereine pflegten die Kameradschaft nicht um des Krieges willen, sondern mahnten zum Frieden.

Oliver Bauer vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge würdigte die unverzichtbare Unterstützung bei den alljährlichen Sammlungen, die im Kreis Kitzingen dank sehr engagierter Helfer besonders erfolgreich verlaufe.

Ein Grußwort sprach der BSB-Kreisvorsitzende Wolfgang Artmann und überreichte ein Jubiläumsgeschenk.

Text: Gerhard Bauer