Meldungen aus dem Landesverband Bayern

PEACE LINE zu Besuch in München

Junge Menschen aus ganz Europa besuchen gemeinsam Stationen der europäischen Geschichte. Auch Bayerns größte Kriegsgräberstätte steht im Blickpunkt des internationalen Projekts.

Im Rahmen von Gruppenarbeiten tragen die Teilnehmenden ihre neugewonnen historischen Erkenntnisse zusammen und versuchen gemeinsam Brücken in die Gegenwart zu schlagen. Volksbund

PEACE LINE gehörte zu den 20 Ideen für den Frieden in Europa, die Jugendliche aus ganz Europa 2018 dem französischen Staatspräsidenten Macron und dem deutschen Bundespräsidenten Steinmeier anlässlich des Gedenkens zum Ende des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren übergeben hatten. Junge Menschen aus ganz Europa sollen sich an Stationen der europäischen (Kriegs-)Geschichte treffen, sich über ihre nationalen Sichtweisen austauschen und gemeinsam aus der Geschichte lernen. Das Auswärtige Amt griff diese Idee auf und beauftragte den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der seit über sechzig Jahren internationale Jugendbegegnungen an historischen Orten anbietet, mit der Umsetzung.

Für den Sommer 2020 waren die ersten PEACE LINE Reiserouten quer durch Europa geplant. Doch wie so vieles andere wurde auch dieses Projekt ein Opfer der Corona-Pandemie. Mit zahlreichen digitalen Angeboten im Jahr 2020 und im Frühjahr 2021 gelang es dem PEACE LINE Team des Volksbundes die Spannung aufrecht und das historisch-politische Interesse bei den potentiellen Teilnehmenden und weit darüber hinaus wach zu halten.

Im August und September 2021 war es dann aber endlich soweit. Die blaue und die grüne PEACE LINE Tour konnten jeweils mit zwei Durchführungen gestartet werden. Je Durchgang nahmen mehr als 20 junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren aus ganz Europa daran teil.

Der Weg der „Grünen PEACE LINER“ führte von Berlin über Weimar nach Prag und machte für zwei Tage auch Halt in der bayerischen Landeshauptstadt München.

Dort besuchten die Teilnehmenden die Kriegsgräberstätte München Waldfriedhof. Diese ist mit 3.542 Kriegstoten aus 18 Nationen die größte deutsche Kriegsgräberstätte in Bayern. Hier fanden in den frühen 1960er Jahren die Toten von sieben Münchner Friedhöfen und 164 meist oberbayerischen und schwäbischen Gemeinden ihre letzte Ruhestätte.

Nach einer Führung durch den Bildungsreferenten des Landesverbandes Bayern setzten die Teilnehmenden sich intensiv mit Einzelschicksalen der auf der Kriegsgräberstätte Ruhenden auseinander. Deren Heterogenität spiegelt sich in dem aktuellen Drei-Jahres-Thema des Volksbundes „Helden, Täter, Opfer?“ wider.

So beleuchteten die Teilnehmenden das Schicksal einer im Bombenkrieg umgekommenen Familie ebenso, wie das eines sowjetischen Kriegsgefangenen, das eines hingerichteten Angehörigen der „Freiheitsaktion Bayern“ oder das eines Wachmanns des KZ Dachau.  

Anschließend trugen die Teilnehmenden Ihre Ergebnisse in unterschiedlichen Formaten zusammen und diskutierten diese eingehend. Eine Gruppe drehte einen Film, in dem sie über die reflektierten Einzelschicksale berichtete. Eine andere Gruppe setzte sich mit den Flugblättern der „Weißen Rose“ auseinander und entwarf ihr eigenes Flugblatt mit den für sie bedeutsamen Botschaften unserer heutigen Zeit. Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit der „Freiheitsaktion Bayern“, die kurz vor Kriegsende noch versuchte gegen das NS-System aufzubegehren, um so ein schnelleres und weniger opferreiches Kriegsende in Bayern herbeizuführen. Da eines der Hauptmedien der Freiheitsaktion der Rundfunk war, entwickelte diese Gruppe entsprechend einen eigenen Radiopodcast.

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden als kleines Andenken an ihre Reise nach Bayern einen Anstecker mit dem bayerischen Staatswappen durch den Landesgeschäftsführer Jörg Raab ausgehändigt.

Am zweiten Tag des Aufenthaltes in München stand unter anderem ein Besuch des NS-Dokumentationszentrums auf dem Programm, bevor die Gruppe ihre Reise über Überlingen, Verdun und Schengen bis nach Niederbronn fortsetze.

Eine Wiederholung des Erfolgsprojektes für 2022 ist bereits in Planung.

Weitere Informationen unter www.peaceline.eu/de/

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