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Meldungen aus dem Landesverband Bayern
Meldungen aus dem Landesverband Bayern

Stabwechsel beim Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr in Garmisch-Partenkirchen

Volksbund dankt Rudolf Piehlmayer mit der "Glocke von Rovereto"

Übergabeappell bei einem Musikkorps der Bundeswehr

Oberst Christoph Scheibling, Leiter des Militärmusikdienstes und des Zentrums Militärmusik der Bundeswehr, Bonn, entbindet Major Rudolf Piehlmayer von der Führung des Gebirgsmusikkorps und überträgt die Führung an Oberstleutnant Dr. Tobias Wunderle. Heinrich Stadelmaier / Volksbund

Eine der drei zentralen Aufgaben des Militärmusikdienstes der Bundeswehr ist erklärtermaßen die „Repräsentation und Öffentlichkeitsarbeit“. Der Landesverband Bayern und seine Bezirksverbände sind seit Jahrzehnten in vielfacher Hinsicht Teil und Nutznießer dieses Auftrages geworden: Bei Volkstrauertag-Gedenkfeiern, Auftaktsammlungen mit prominenter zivil-militärischer Beteiligung und – nicht zuletzt - Benefizkonzerten zugunsten der Gedenk- und Friedensarbeit des Volksbunds.

musica artium suprema est – die Musik ist die höchste der Künste

Anlässlich des Übergabeappells des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr am 11. August in Garmisch-Partenkirchen würdigte Landesgeschäftsführer Jörg Raab in seiner Laudatio den in den Ruhestand gehenden Leiter des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr, Major Rudolf Piehlmayer (Jg. 1961). Gemeinsam mit Oberstleutnant a.D. Heinrich Stadelmaier, ehrenamtlicher Beauftragter des Landesverbands für die Zusammenarbeit mit Bundeswehr, Reservisten und Traditionsverbänden, überreichte er Piehlmayer als Dank und Anerkennung für die erlebte Klangfülle und durchaus auch „Entrückung aus dem Alltag“ eine Miniaturausgabe der „Glocke von Rovereto“ nebst vom Landesvorsitzenden, Regierungspräsident a.D. Wilhelm Wenning, unterzeichnete Urkunde.

Rovereto liegt 25 Kilometer nördlich des Gardasees im südlichen Teil der Region Trentino-Südtirol. Im Original ist die Glocke 3,36 Meter hoch und 2,26 Tonnen schwer.  Sie wurde 1924 in Trient aus dem Metall von Artilleriegeschützen am Ersten Weltkrieg beteiligter Nationen gegossen und auf den Namen „Maria Dolens“ getauft. Eingraviert ist u.a. der Friedensappell:

"Nulla è perduto con la pace. Tutto può essere perduto con la guerra."
„Nichts ist mit dem Frieden verloren, aber alles kann mit dem Krieg verloren sein“.

Er stammt von Papst Pius XII. Seine über Radio Vatikan am 24. August 1939 ausgestrahlte Botschaft ging um die Welt, indes vergebens. Die Glocke wird täglich bei Sonnenuntergang geläutet, hundert Schläge erinnern an die Gefallenen der Kriege in aller Welt und mahnen zum Frieden.

Musikkorps blickt auf 70-jährige Tradition zurück

Die Stabführung im Gebirgsmusikkorps hat Oberstleutnant Tobias Dr. Wunderle (Jg. 1982) übernommen, von 2018 bis 2026 Leiter des Luftwaffenmusikkorps Erfurt. Stadelmaier und Raab hießen ihn und seine Familie in kameradschaftlicher Verbundenheit im schönen Oberbayern und in den Reihen der großen „Volksbund-Familie“ willkommen und wünschten ihm in der neuen Verwendung „viel Soldatenglück“.

Vor 70 Jahren wurde das heutige Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr als Musikkorps der 1. Gebirgsdivision 1956 in Sonthofen aufgestellt. Nach zwischenzeitlicher Stationierung in München und Mittenwald fand es 1963 seine endgültige Heimat in Garmisch-Partenkirchen. Mit traditionsreichen Märschen seiner gesamten Vielfalt ist das Orchester in ganz Bayern unterwegs, um militärische Anlässe zu begleiten. Bei Benefizkonzerten zeigt das Gebirgsmusikkorps, dass es außer Märschen auch mit sinfonischer Blasmusik, bayerischen Klängen oder Pop und Swing begeistern kann. Dabei tritt das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr sowohl als großes Orchester als auch in kleineren Besetzungen auf. Sowohl die Stubenmusik als auch die Alphornbläser sind Alleinstellungsmerkmale in der Militärmusik, die die Verbundenheit des Orchesters zu den Alpen zeigt – und die gewachsene Verbindung zu Standort und Bevölkerung. Das Gebirgsmusikkorps gastierte mit Militärmusik aus Bayern bereits bei Shows und weiteren repräsentativen Auftritten in Kanada, USA, Großbritannien und Israel. Einsätze in Verbindung mit der Truppenbetreuung führten das Gebirgsmusikkorps auch nach Usbekistan, Afghanistan, Bosnien und in den Kosovo.