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Meldungen aus dem Landesverband Bayern
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Stille Einkehr am Rande der Straßen in unruhigen Zeiten

Die "Friedenssäule" von Georg Brenninger und das "Gebet der Vereinten Nationen"

Die "Friedenssäule" im Stadtbezirk Bogenhausen verdankt die Stadt München einer Stiftung der Familie Gräf. Zur Vollansicht der Säule bitte Mausclick auf den Bildausschnitt. Jörg Raab / Volksbund

Im Münchner Stadtbezirk 13 Bogenhausen (Stadtbezirksteil Herzogpark) befindet sich im Bereich der Kreuzungen der Mauerkircherstraße mit der Rümelinstraße und der Straße Grüntal die 1988 
errichtete „Friedenssäule“. Die Säule wurde von der damals in der Nähe wohnenden Familie Gräf gestiftet. Schöpfer ist der Bildhauer Georg Brenninger (1909-1988). Brenninger war von 1939 bis 1942 Kriegsberichterstatter, bis er in Russland schwer verwundet wurde. Er zählt zu den führenden Repräsentanten der Münchener Bildhauerschule. 1984 wurde ihm der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst verliehen.

Die Säule trägt folgende Inschrift:
Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im Weltall. Gib uns die Kraft und die Voraussicht schon heute mit
diesem Werk zu beginnen damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz Freude und Wuerde den
Namen Mensch tragen. 
Unserer Stadt, Maria Theresia Gräf

Dieser Text ist ein Ausschnitt aus der deutschen Übersetzung eines Gebets, das im Original »Prayer to God of the free« heißt und von Stephen Vincent Benét (1898–1943) geschrieben wurde. Es war Teil einer Rundfunkansprache, die der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt zum »Flag Day« 1942 gehalten hat (der Flag Day ist in den USA am 14. Juni Gedenktag an die Einführung der Nationalflagge 1777).

Dieses Gebet ist auch unter der Bezeichnung "Gebet der Vereinten Nationen" bekannt und unter dieser Quellenangabe in der deutschen Fassung im katholischen Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ unter dem Stichwort „Verantwortung für die Welt“ abgedruckt (GL 31,1):

»Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht nach Rasse, Hautfarbe und Weltanschauung getrennt.
Gib uns den Mut und die Voraussicht,
schon heute dieses Werk zu beginnen,
damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz
den Namen Mensch tragen.«