Mit Gottesdiensten und Gedenkfeiern ist am 3. Mai auf dem Gelände des ehemaligen KZ Dachau an die Befreiung des Lagers durch US-amerikanische Truppen vor 81 Jahren, am 29. April 1945, erinnert worden. Mit dabei waren einige der letzten Überlebenden des Konzentrationslagers: Jean Lafaurie (102) leistete im besetzten Frankreich Widerstand gegen die Nazis, wurde verhaftet und kam 18jährig nach Dachau: "An Dachau zu denken, heißt, die Opfer zu ehren. Das bedeutet, daran zu erinnern, dass hinter den Zahlen ausgelöschte Leben, zerstörte Familien und vernichtete Schicksale stehen", betonte Lafaurie.
Am 22. März 1933 eröffnete das NS-Regime ein Konzentrationslager auf dem Areal der stillgelegten Königlich Bayerischen Pulver- und Munitionsfabrik Dachau. Dachau war eines der ersten Konzentrationslager der Nationalsozialisten, es wurde zum Prototyp für deren Lagersystem. Die Haft- und Terrorstätte bestand zwölf Jahre. Mehr als 200.000 Gefangene aus über 40 Nationen waren im KZ Dachau und seinen Außenlagerkomplexen Kaufering und Mühldorf inhaftiert, mindestens 41.500 Menschen starben dort an Hunger, Krankheiten, Folter, Mord und den Folgen der KZ-Haft.
Das Gedenkbuch „Die Toten des KZ Dachau 1933-1945“ ist seit 29. April 2026 online unter www.kz-gedenkstaette-dachau.de/forschung-und-sammlung/digitales-gedenkbuch/ verfügbar. Damit wird das Gedenken in den virtuellen Raum hinein erweitert. Es ist damit erstmals möglich, die Namen von über 33.000 im KZ Dachau verstorbenen Personen auch online zu recherchieren. Die Printversion des Gedenkbuches wurde bereits 2011 von der KZ-Gedenkstätte Dachau veröffentlicht.