Veranstaltungen aus dem Landesverband
Veranstaltungen aus dem Landesverband

Unbeirrbar auf dem Weg von Frieden und Verständigung

Weihnachtsgrüße des Volksbund-Landesverbands Bayern

Die Kriegsgräberstätte Hofkirchen (Niederbayern), eingeweiht 1959. Hier ruhen 2.783 Kriegstote beider Weltkriege. Volksbund / Archiv (1962)

Drei Kreuze aus Stein

Drei Kreuze stehen gemeißelt aus Stein,                    Und durch der Toten traurigste Reih´n,
wie trutzig und nimmer bezwungen.                            ging ich und hatt´ das Empfinden,
Statt ihrer könnten´s Soldaten auch sein,                   wie glücklich würde so mancher schon sein,
drei deutsche, tapfere Jungen.                                        könnt´ er sein Vermisstes hier finden.

Zu ihren Füßen, zu Reihen formiert,                             Als Sinnbild stehen drei Kreuze aus Stein,
da liegen die Jungen – auch meiner –                           daher auch für alle die Lieben,
in Gräbern so schlicht, in Tafeln geziert.                      die nimmermehr kamen vom Krieg wieder heim,
Vielleicht liegt darunter auch deiner?                           verschollen nun irgendwo liegen.

Verfasser: Generalmajor a.D. Carl Fink sen. (1886-1969) anlässlich eines Besuches des Grabes seines Sohnes Carl Fink jun., geb. 25. Oktober 1924 in Reichenbach (Oberlausitz), gef. 2. Mai 1945 in Schönbichl.
Grablage: Reihe 35, Grab 59

Biografien wie diese erzählen Geschichte: Die Broschüre "Gedenken, Erkennen, Verstehen" ist das Ergebnis eines mehrjährigen Schulprojektes zu dieser Kriegsgräberstätte.

Liebe Ehrenamtliche, Mitglieder und Förderer des Volksbundes in Bayern,

Erinnerung ist ein nicht enden wollender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. So jährte sich heuer das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 80. Mal. 1945 ist zweifellos ein Epochenjahr, das über die Gegenwart hinaus nachwirkt. Jedoch verstummt die Kriegs- und Erlebnisgeneration zusehends. Die kollektive Erinnerung verblasst mit jedem sterbenden Zeitzeugen. Mehr als ein Menschenalter nach den Ereignissen, wird eine maximale Haltbarkeit von Erinnerung spürbar.

Die Welt hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt. Wir erleben Veränderungen und Herausforderungen historischen Ausmaßes – geopolitisch, ökologisch, digital und im Inneren unserer Gesellschaft. All dies fordert uns als Gesellschaft in bislang nicht gekanntem Ausmaß.

Davon unbeirrt setzt sich der Volksbund an den Gräbern, über Grenzen und Generationen hinweg dafür ein die Erinnerung wachzuhalten, Verständigung und Frieden zu fördern und für Freiheit und Demokratie einzutreten. Die Mahnung zum Frieden manifestiert sich in den Kriegsgräberstätten und in unserem Bildungs- und Vermittlungsauftrag, der sich aus dem Kriegsgrab unmittelbar ableitet.

Angesichts schwindender Mitgliederzahlen und rückläufigen Spendenaufkommens benötigt der Volksbund für eine angemessene Betreuung der Gräber von 2,8 Millionen Toten auf rund 830 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern aber eine deutlich höhere staatliche Unterstützung!

Umso mehr danken wir für die engagierte Arbeit im Zeichen der fünf Kreuze im zu Ende gehenden Jahr – zuvorderst unseren treuen Ehrenamtlichen, Mitgliedern und Förderern, nicht zuletzt aber auch allen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Weihnachtfest und ein gutes neues Jahr 2026


Wilhelm Wenning                                                    Jörg Raab
Landesvorsitzender                                                  Landesgeschäftsführer
Regierungspräsident a.D.