Meldungen aus dem Landesverband Bayern
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"In Treue fest!" - 150 Jahre Bayerischer Soldatenbund

Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan überreicht "Ehrenplakette in Gold"

Volksbund-Präsident General a.D. Wolfgang Schneiderhan würdigt die verdienstvolle Arbeit des Bayerischen Soldatenbundes 1874. Jörg Raab / Volksbund

Mit einem Festakt im Neuen Schloss Schleissheim feierte der Bayerische Soldatenbund 1874 e.V. (BSB) am vergangenen Samstag ein ganz besonderes Jubiläum. Auf den Tag genau vor 150 Jahren hatten sich in München 205 Kriegervereine auf ausdrücklichen Wunsch König Ludwig II. zum „Bayerischen Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossenverein“ zusammengeschlossen. Delegationen aus den rund 900 BSB-Ortsvereinen, in denen an die 60.000 Mitglieder organisiert sind, sowie zahlreiche Ehrengäste aus dem In- und Ausland nahmen an der Veranstaltung teil. Für den würdigen Rahmen sorgten das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch-Partenkirchen unter Stabführung von Hauptmann Rudolf Piehlmayer, Vereinsabordnungen in historischen Uniformen sowie prächtige historische Vereinsfahnen, die die Seiten des Festsaals flankierten.

Zur wechselvollen, sechs Generationen überspannenden Geschichte seines Verbandes trug BSB-Präsident Oberst a. D. Richard Drexl vor. Drexl beließ es aber nicht bei einem Rückblick auf Zeiten „glanzvoller Höhepunkte, arger Not und tiefen Demütigungen und Beispielen großer Hingabe“ für den Verband. Er forderte auch die Einführung eines allgemeinen Pflichtjahres für junge Menschen und mahnte konsequente Entscheidungen zur Zeitenwende an. Die unlängst vom Bundestag beschlossene Einführung eines jährlichen Veteranentages (15. Juni) müsse mehr werden „als nur ein lebloser Kalendereintrag“.

Der Stellvertretende Bayerische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gab Drexl deutliche Rückendeckung für dessen Forderung nach einem Pflichtjahr. Die Aussetzung der Wehrpflicht sei ein „großer Fehler“ gewesen, Deutschland müsse mehr für seine Verteidigungsfähigkeit tun. Eine starke Landesverteidigung sei der beste Friedensschutz und unabdingbar für eine florierende Wirtschaft.

Klare Bekenntnisse zu BSB und Bundeswehr legte auch der für Wohnen, Bau und Verkehr zuständige Staatsminister Christian Bernreiter ab: „In unruhigen Zeiten mit vielen weltweiten Konflikten ist es wichtig, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen, Stärke zeigen und für den Frieden eintreten.“ Die Bayerische Staatsregierung unterstütze die Bundeswehr und ihre Standorte im Freistaat.

Der ehemalige Generalinspekteur General a. D. Eberhard Zorn dankte – wie alle Redner – den Angehörigen des BSB für ihr ehrenamtliches Engagement. Der Verband habe den aktiven und ehemaligen Soldaten immer eine Heimat gegeben. Zorn unterstrich die wachsende Bedeutung der Reservisten für die Landesverteidigung mahnte die finanzielle Ausstattung durch die Politik an. Er erwarte auch neue Impulse für die Ausgestaltung der Veteranenkultur.

Die Bedeutung der Reservisten und Veteranen für die Wehrhaftigkeit unterstrich auch Generalmajor Norbert Wagner, Kommandeur eines internationalen Nato-Trainingszentrums in Polen. Als er vor 35 Jahren als junger Offizier in die Oberpfalz versetzt wurde, kam er über seine Patengemeinde Thanstein in Kontakt mit der örtlichen Soldaten- und Reservistenkameradschaft. Damals, vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, sei das Verständnis für die Notwendigkeit der Verteidigung des Friedens und Freiheitsrechte allgegenwärtig gewesen. Seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine sei den Bürgern wieder bewusst geworden wie wichtig Wehrhaftigkeit sei.

Die seit jeher enge und fruchtbare Verbindung zwischen dem BSB 1874 und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betonte dessen Präsident, General a.D. Wolfgang Schneiderhan, der eigens mit einer Abordnung des Landesverbandes Bayern und seiner Bezirksverbände, an deren Spitze der Landesvorsitzende Regierungspräsident a.D. Wilhelm Wenning, nach Oberschleißheim gekommen war. Die Gestaltung des Volkstrauertages, Pflege von Kriegerdenkmälern in der Heimat und die Instandhaltung der Kriegsgräberstätten im In- und Ausland gehören zu den vornehmsten Aufgaben des BSB. Für den Volksbund sei der Verband „ein ausgesprochen aktiver Partner und Gestalter“. Über 1,37 Millionen Euro sammelte der BSB allein in den letzten fünf Jahren für die Arbeit des Volksbunds. Stellvertretend für den BSB überreichte er Drexl die bis dato erst elf Mal verliehene „Ehrenplakette in Gold“. Er ermunterte den BSB, an seiner Devise „In Treue fest!“ festzuhalten und wünschte viel Kraft und Ideenreichtum, die bevorstehenden Herausforderungen zu meistern.

Nach einer ökumenischen Andacht und Totenehrung, konzelebriert durch die Militärdekane Gunther Nagel und Jürgen Eckert kamen die Teilnehmer bei einem Stehempfang im Vestibül des Schlosses zu einem regen Gedankenaustausch zusammen.