Projekte aus dem Landesverband

Kriegsgräberstätte Wildflecken

Hochkreuz mit Namen der Verstorbenen (Bild: E. Bulitta)

Lage und Zufahrt

Die Kriegsgräberstätte liegt am Rande des Truppenübungsplatzes der Bundeswehr. Bereits vor dem ZweitenWeltkrieg war hier ein Militärlager.
Anfahrt: Autobahn Würzburg-Fulda, Ausfahrt Bad Brückenau/Wildflecken, von dort sind es 20 Minuten; ein Parkplatz auch für Busse ist vorhanden. Die Zufahrt ist Richtung Gersfeld, gegenüber der Auffahrt zum Kreuzberg ausgeschildert. Den Schlüssel für die Kapelle erhält man bei der Gemeindeverwaltung (Rathausplatz 1) Wildflecken (09745 91510; geöffnet täglich 8–12 Uhr, Donnerstag auch 13–18 Uhr, nach Dienstschluss kann der Schlüssel eingeworfen werden).
 

Wissenswertes

Diese, 1970/71 errichtete Kriegsgräberstätte ist eine Gedenkstätte für 544  polnische Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, darunter 428 Kinder. Die  Menschen starben meist nach Kriegsende an den Folgen des Krieges.

Zwischen Mai 1945 und 1951 waren hier bis zu 20 000 Polen untergebracht. Sie lebten eingepfercht und dicht gedrängt in menschenunwürdigen  Behelfsunterkünften. Zunächst war es ein UNRRA-Lager [United Nations Relief and Rehabilitation Administration = Hilfsorganisation zur Unterstützung der Flüchtlinge und Verschleppten in den von den Alliierten besetzten Gebieten], später ein  IRO-Lager [International Refuge Organisation = Internationale Flüchtlingsorganisation]. Das Lager sollte für die Menschen Durchgangsstation für ein neues Leben sein: entweder Rückführung in die Heimat oder Auswanderung in ein anderes Land; für 544 Menschen bedeutete es den Tod.

Ein 1,5 km langer Weg, der „Kreuzweg der Nationen“, führt vom Parkplatz aus hinauf auf den Polenfriedhof. Zehn Stelen (Gedenksteine) erinnern an die Opfer von Krieg und Gewalt in den beiden Weltkriegen.

Der Polenfriedhof ist ein Gräberfeld mit Gedenkplatten für die Toten. Auf Platten und am Fuß eines Hochkreuzes sind die Namen, Geburts- und Sterbedaten der Erwachsenen eingraviert. Eine eigene Gedenkplatte erinnert an die Kinder. Das Hochkreuz überragt die Anlage. Die Rundkapelle (Durchmesser und Höhe je 4 m) wurde von dem Direktor der Kunstakademie Krakau, Mieczyslaw Wejman ausgemalt. Das Fresko steht unter dem Motto: „Der Schlaf ist der Bruder des Todes.“ Die Innenwand ist in drei horizontale Bereiche gegliedert: 

  • Der untere, etwa 90 cm hohe Streifen, stellt den irdischen Bereich dar. Aus den Grabnischen treten schwach die Gesichter und Köpfe der Kinder hervor, die namenlos in diesem Lager gestorben sind. 
  • Der mittlere Teil, ca. 1 m hoch, zeigt sitzende Frauen- und Männergestalten. Die Körper sind in weiße Leinentücher gehüllt. 
  • Der obere Bereich, etwa 50 cm hoch, ist in warmen Farben gehalten. Weiter oben geht dieser Bereich in hellere Farben über. Dornenranken und Städte sind erkennbar. Durchbrochen werden diese Bereiche von einem überlebensgroßen Engel.

Diesen Text mit weiteren Informationen über Einzelschicksale finden Sie hier als Pdf zum Herunterladen​​​​​​​.

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