Meldungen aus dem Landesverband

Dritter Platz für die Geschichte-AG der Staatlichen Realschule Vohenstrauß

Auf dem Bild zu sehen sind stellvertretend für die anderen Jugendlichen, die im Lauf der Jahre beteiligt waren: Dr. Dario Vidojković, Doris Thammer, Markus Weig, Anika Forster, Anja Müller, Tim Dirscherl, Sophie Licha, Tobias Horn, Schulleiter Kilian Graber, Johannes Bojer, Romina Reil (von links nach rechts). Doris Thammer

An dem Schülerwettbewerb „Spurensuche – 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges“, welcher vom Landesverband Bayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ausgerichtet worden ist, hat sich auch die Geschichte AG der Staatlichen Realschule in Vohenstrauß mit ihrem Projektbeitrag beteiligt. Das Thema ihres Beitrages, das sich schon über mehrere Schuljahre hinweg erstreckt hat, beschäftigt sich mit „Sterbebilder und Kriegsdenkmäler mahnen uns: Nie wieder Krieg“. Dazu haben die daran beteiligten Schülerinnen und Schüler eine eigene Homepage erstellt, auf der sie das von ihnen zusammengetragene Material aufbereitet haben, wie eben Sterbebilder. Den Anstoß dazu erhielten sie durch die Beschäftigung mit Napoleon im Geschichtsunterricht. Die Schülerinnen und Schüler waren davon beeindruckt, dass Kriegerdenkmäler in Bayern noch heute von den Gefallenen der Kämpfe der Napoleonischen Kriege zeugten. Diese Tatsache bewog die Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Fragestellungen, wie: warum gibt es Gedenksteine, bewahren diese Steine und Denkmäler die Erinnerung an die Toten, wer erinnert sich heute noch an sie, wer waren die Toten? Daraus entwickelte sich dann ein Projekt, welches zum Ziel hatte, den Gefallenen der Weltkriege ihrer Heimatorte ein Gesicht zu geben. Unter der Anleitung und mit Unterstützung des damaligen Schulleiters Dr. Andreas Meier sowie der Realschulstudienrätin Doris Thammer wurde dazu eine eigene Homepage ins Leben gerufen. Auf dieser finden sich die gesammelten Sterbebilder mit den dazugehörigen Daten der Gefallenen, die Auflistung umfasst die stolze Zahl von derzeit 300 erfassten Gefallenen. Doch nicht nur die Sterbebilder und die Lebens- und Sterbedaten der Gefallenen kann man auf der Homepage finden, den am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schülern war es auch besonders wichtig, eine Suchkategorie „Geburtsort der Gefallenen“ zu erstellen. Gerade damit wird die Verbundenheit der vergangenen Ereignisse zur Gegenwart deutlich gemacht. Denn so wurde es den Schülerinnen und Schülern umso bewusster, wie viele oft junge Männer es in ihren jeweiligen Heimatorten gegeben hat, welche die gleiche Heimat hatten und wohl auch dieselben Schulen wie sie selbst besuchten. Weitere Suchkategorien auf der Homepage sind „Land, in dem der Soldat gefallen ist“ sowie als „verbindendes Element“ die Kategorie „Denkmäler der Heimat“, welche an die betreffenden Gefallenen erinnern.

Für dieses bemerkenswerte und auch nachhaltige Projekt, denn daran werden sich auch noch künftige Schülergenerationen beteiligen, hat es seitens der Jury den 3. Platz sowie ein Preisgeld i. H. v. 250 Euro gegeben. Entsprechend heißt es in der Beurteilung des Jury-Mitgliedes Dr. Matthias Schickel: „Der Geschichte ein Gesicht geben – diesem Grundsatz wird der Beitrag „Sterbebilder und Denkmäler“ in hervorragender Weise gerecht.“ Die dafür erstellte Website sei sehr übersichtlich, in sich konsistent und logisch aufgebaut und lädt zu weiteren Recherchen vor Ort ein. Besonders beeindruckend sei das Projekt wegen seiner „persönlichen Bezugnahme zu den Menschen, den Heimatorten und den Sterbeorten“ der Kriegstoten.

Coronabedingt musste die Preisvergabe allerdings um fast ein Jahr verschoben werden, und so konnten die Übergabe eines symbolischen Schecks sowie die Überreichung der Teilnahmeurkunden durch den Bezirksgeschäftsführer Dr. Dario Vidojković erst kürzlich erfolgen, unter Anwesenheit des neuen Schulleiters Kilian Graber und Realschulstudienrätin Doris Thammer. Wie schülergenerationenübergreifend das Projekt ist, beweist die Tatsache, dass neben noch aktiven Schülerinnen und Schülern auch mittlerweile ein paar ehemalige Schüler während der Ehrung präsent waren, wie Johannes Bojer, Markus Weig sowie Tim Dirscherl. Markus Weig ging nach Ende seiner Schulzeit nach Frankreich, wo er weitere Daten für das Projekt sammeln konnte. Dr. Vidojković betonte, dass das ausgezeichnete Projekt in besonderer Weise alle drei Säulen der Tätigkeit des Volksbundes, die Klärung von Schicksalen von Kriegstoten, die Erinnerungs- und Gedenkkultur sowie die Jugend- und Bildungsarbeit, in sich vereine und hier idealerweise zu einer Gesamtheit verschmolzen sei. Er wünschte abschließend, dass sich noch viele weitere Schülerinnen und Schüler an dem Projekt beteiligen und dankte Schulleiter Graber und Doris Thammer für deren Unterstützung und Engagement. Verfasser: Dr. Dario Vidojković

Links zu den Berichten auf der Schul-Homepage und dem Online-Portal der Regionalzeitung Der Neue Tag - Oberpfälzischer Kurier sowie zur Geschichte-AG

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